Wohin steuert die Automobil-Industrie?
September 6, 2009

Quelle: www.fuldaerzeitung.de
Die Abwrackprämie ist ausgeschöpft, die Prognosen sagen der Automobilindustrie eine düstere Zukunft voraus.
Eine Einschätzung, wie die Branche dem Trend entgegensteuern kann, haben Investor Dr. Lutz Helmig, Edag-Geschäftsführer Jörg Ohlsen und der Publizist Prof. Hans-Joachim Selenz beim Fuldaer Business-Club in der Münsterfeldhalle abgegeben. Lutz Helmig äußerte Überlegungen, durch welche politischen Maßnahmen der Verkehr in Deutschland überhaupt aufrecht erhalten werden könne. Nach seiner Ansicht lässt sich Verkehrsfluss nur über Geld regeln. Um die Autobahnen zu entlasten, müsste der Schwerlastverkehr per „Huckepackverkehr“ abgewickelt werden. Dabei werden Lkw auf Züge verladen und legen auf der Schiene den Großteil ihrer Strecke zurück. „Wenn Sie dieses Konzept auf zwei Nord-Süd-Achsen und drei Ost-West-Achsen ordentlich subventionieren und gleichzeitig die Lkw-Maut erhöhen, bekommen Sie den Verkehr schon dorthin, wo Sie ihn gerne haben möchten.“ Auch das Netz der Bundesstraßen müsste ausgebaut werden, was laut Helmig ein Konjunkturprogramm darstellt, über das man nachdenken sollte.
Für den innerstädtischen Verkehr schlägt er Gebühren vor, die per Sensoren an den Ampeln erhoben werden. Als Gegenleistung bräuchten die Menschen aber einen leistungsfähigeren öffentlichen Personennahverkehr. „Hätten wir ein System wie in Brasilien, wo alle zwei Minuten ein Bus vorbeikommt, würde ich mir auch überlegen, auf das Auto zu verzichten“, sagte Helmig, der nach eigenen Angaben in Berlin regelmäßig in die S-Bahn steigt. Als letztes forderte der Mediziner höhere Benzinpreise. „Es ist zwar unsozial, aber die Spritpreise müssen noch deutlich steigen.“Dass wenigstens dieser Punkt – selbst ohne Zutun der Politik – schon bald realisiert werden dürfte, steht für Hans-Joachim Selenz fest. „Der Benzinpreis wird zwingend steigen, da das Öl immer knapper wird“, sagte der ehemalige Edag-Vorstandsvorsitzende. Bereits seit den 70er Jahren seien die Ölfunde dramatisch eingebrochen, was sich zeitverzögert auch auf die Ölförderung auswirke. „Wenn die Zitrone ausgequetscht ist, ist sie ausgequetscht.“ Selenz vermutet, dass das Öl in fünf bis zehn Jahren so knapp sein dürfte, dass spätestens dann die Mobilität auf andere Beine gestellt werden muss. „Das wird für die Ingenieure eine spannende Aufgabe“, so Selenz, der zu bedenken gab, dass noch harte Zeiten auf die Automobilindustrie zukommen werden.Wie diese harten Zeiten konkret aussehen, skizzierte Jörg Ohlsen: „Es werden noch Marken sterben und es werden Zulieferer sterben“, so Ohlsen, der bei Edag für den Bereich Produktentwicklung verantwortlich ist. Auch für Ohlsen steht fest, dass sich die Autoindustrie immer weiter weg vom Öl entwickeln wird. „Ich weiß nicht wann, aber eines Tages werden alle Autos elektrisch angetrieben“, so der Diplom-Ingenieur. Das Auto der Zukunft stellte Ohlsen am Beispiel eines I-Phones vor. Der Trend würde zu verschiedenen Applikationen gehen. „Wenn Sie heute einen anderen Antrieb brauchen, kaufen Sie sofort ein neues Auto“, sagte Ohlsen. In Zukunft könne er sich vorstellen, dass sämtliche Teile des Autos austauschbar werden. „Das könnte so aussehen, dass die Teile an mehreren Stationen ausgetauscht werden, während Sie eine Tasse Kaffee trinken.“
Fachkongress Physiotherapie 22.08.2009
September 6, 2009
Unter reger Beteiligung von Physiotherapeuten fand am Samstag, 22.08.2009 der erste Fachkongress Physiotherapie in der Münsterfeldhalle Fulda statt. Der Tag stand unter dem Motto „Regionale Gesundheitsversorgung am Beispiel Rückenschmerz – Ein Blick in die Zukunft. Zunächst begrüßte Dr. Al-Hami als Veranstalter die anwesenden Teilnehmer. Durch die Moderation führte Dr. Zeckey vom Gesundheitszentrum Münsterfeld. In seiner Ansprache ging Dr. Zeckey besonders auf die regionale Versorgung ein und stellte das Gesundheitszentrum Münsterfeld vor. Herr Helten von der Taunus BKK und Herr Till von der Barmer berichteten über neue geplante Versorgungsmodelle. Der Zentralverband der Krankengymnasten/Physiotherapeuten, vertreten durch die 3. Vorsitzende Frau Martina Baumann-Hillenbrand, zeigte anhand eines Modellvorhabens, wie man sich die Versorgung beim Rückenpatienten in der Zukunft vorstellen könnte. Herr Jeguschke, Geschäftsführer des Klinikums Fulda, betonte in seinem Vortrag, dass das Klinikum ein Dienstleister mit besonderen Aufträgen sei und ebenso wie das Gesundheitszentrum Münsterfeld auf die Zusammenarbeit aller Institutionen baue.
Herr Hübbe vom Rehazentrum Eiterfeld ging in seinem Vortrag auf die Belastung am Arbeitsplatz ein und stellte präventive Konzepte vor. Die ambulante und stationäre Rehabilitation aus ärztlicher sowie therapeutischer Sicht wurde von der Reha-Klinik Wüsthofen, Bad Salzschlirf dargestellt.
Alle Sektoren des Gesundheitssystems verändern ihre Funktion und koordinieren die Versorgung auf dem Boden einer veränderten Arbeitsteilung.
Noch vor wenigen Monaten war eine enge Zusammenarbeit verschiedener Heilberufsgruppen in der Region auf wenige Kontakte beschränkt. Durch die Aktivitäten der Münsterfeld-Akademie (eine Säule des Gesundheitszentrums Münsterfeld) konnten gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt und die Basis für eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Münsterfeld-Akademie war auch massgeblich an der Konzeption des Fachkongresses Physiotherapie am 22.08.2009 beteiligt.
Im Rahmen dieses Fachkongresses wurde erstmals das neue Partnermodell für Physiotherapeuten des Gesundheitszentrums Münsterfeld der Region vorgestellt. Da mit diesem Projekt Neuland betreten und aktiv der Zusammenschluss von fach- und gebietsübergreifenden Heilberufen gefördert wird, wird in der Region ein einzigartiges Modell der Zusammenarbeit gestartet. Bereits jetzt haben mehrere Physiotherapeuten ihr Interesse an einer engeren Zusammenarbeit bekundet.
Weitere Veranstaltungen für die Region werden bereits konzipiert.


